Von Marburg nach New York ….

Frauenfootball in Hessen entwickelt sich positiv.
Hessische Spielerin schafft den Sprung in die USA.

Für die Saison 2021 haben die Gießen Golden Dragons wieder für die 2. Damenbundesliga gemeldet. Mit den Marburg Mercenaries hat ein weiteres Team die Lizenz für Freundschaftsspiele beantragt.

 Zusätzlich befinden sich bei den Wetterau Bulls und Gernsheim Gladiators zwei weitere Frauenteams im Aufbau.

„Das Interesse am Frauenfootball steigt bundesweit seit Jahren. Mittlerweile haben wir 30 Teams im Spielbetrieb. Seit der Einführung der 2. Damenbundesliga im 9er Football mit erleichterten Einstiegsbedingungen und kleinerem Kader nimmt die Nachfrage zu. Immer neue Teams werden gegründet, jetzt auch erfreulicherweise in Hessen. Für die ersten Teams wurde vor drei Jahren eine Prämie ausgeschrieben, aber auch die neuen Teams werden wir vom AFV Hessen bestmöglich unterstützen.“ freut sich AFV Hessen Pressesprecher Andreas Gebek, der auch für die Website ladiesfootball.de beim AFVD verantwortlich ist.

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Spielerin kommt nun aus Marburg.

Von Marburg nach New York

So wäre der Karriereweg für die Footballerin Pia Schwarz verlaufen, wenn ihr Corona keinen Strich durch die Planung gemacht hätte.

Die 25Jährige hatte bei der Stadt Marburg eine Ausbildung zur Sport – und Fitnesskauffrau gemacht und wurde dadurch auf die Marburg Mercenaries aufmerksam. Sie war eine der Ersten der mittlerweile stark gewachsenen Damenmannschaft der Marburger und konnte sich im Training mit der zweiten Mannschaft als Wide-Receiver auch gegen die die Herren behaupten. Kein Wunder, denn Schwarz war schon immer sportlich sehr aktiv, neben Geräteturnen und Triathlon betreibt sie noch Krafttraining.  

Aufgrund ihres Studiums der Wirtschaftswissenschaften und Sport zog sie nach Essen und ist vor kurzem innerhalb der Damenbundesliga 2 von den Bochum Miners zu den Mülheim Shamrocks gewechselt. An Marburg hat Schwarz nur gute Erinnerungen: „Ich bin den Marburg Mercenaries unglaublich dankbar, dass ich damals die Möglichkeit hatte bei den 2. Herren zu trainieren. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich wurde von Anfang an sehr herzlich von den anderen Spielern und den Trainern aufgenommen und habe sehr viel gelernt, wodurch ich jetzt auch überhaupt in der Lage bin professionell Football spielen zu können. In Marburg steckt viel Erfahrung und Wissen, dass an mich weitergegeben wurde und was mir noch heute in Spielsituationen hilft. Und auch jetzt noch bin ich immer wieder herzlich im Training willkommen, wenn ich mal in Marburg zu Besuch bin.“ 

Internationale Erfahrung konnte Schwarz in Mexico sammeln, dort bestritt sie im Dezember 2019 mit den Europe Warriors ein Spiel gegen die mexikanische Nationalmannschaft. Die Europe Warriors sind ein Verbund der besten Spielerinnen Europas, welche regelmäßig gegen andere Nationalteams antreten.

Bei der Draft der WFLA (Womens Football League Association) wurde Schwarz von den New York Stars ausgewählt. Die WFLA ist die erste und einzige professionelle Damen-Football Organisation. Die Liga ist eine Eastern – und eine Western Conference mit 15 bzw. 16 Teams eingeteilt. Die bekannteste und bestbezahlte Spielerinn der WFLA ist Santia Deck, welche bei den Los Angeles Fames einen Multi-Millionen Vertrag erhalten hat. Ganz so viel wird Schwarz nicht verdienen, aber mit ihrem Profi – Vertrag geht der Traum der meisten SportlerInnen in Erfüllung, mit dem Sport, den man liebt, auch den Lebensunterhalt verdienen zu können. 

Aufgrund der unsicheren Corona-Situation wird Stand jetzt der Ligastart von 2021 voraussichtlich auf 2022 verschoben. Und dann wird auch Pia Schwarz aus Marburg in New York bei den Stars dabei sein und ist schon sehr gespannt: “Ich kann es kaum erwarten 2022 nach New York zu ziehen, um dort professionell Football zu spielen. Als ich damals in Marburg angefangen habe Football zu spielen, hätte ich natürlich niemals damit gerechnet, dass ich das mal professionell ausüben darf. Deswegen werde ich mich bis 2022 bestmöglich auf diese einmalige Chance vorbereiten. Es ist natürlich sehr schade, dass die Saison verschoben werden musste, jedoch ist es momentan die einzig richtige Entscheidung, die getroffen werden konnte.“ 

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